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Die Zukunftsmacher Wie Gründer mit ihren Ideen die Welt verändern DOKUMENTATION, D 2019
Sie sind motiviert und haben Ideen, mit denen sie nach ganz oben wollen. Sie sind Macher und gestalten mit ihren Visionen Zukunft - herausragende Start-up-Unternehmer aus Deutschland. Ein Unternehmen zu gründen, das ist keine leichte Aufgabe - vor allem, wenn die Ziele so hochgesteckt sind wie bei den Start-up-Unternehmern in dieser ZDF-Dokumentation. Sie wollen nichts weniger, als mit ihren Ideen die Welt verändern. Doch: Geht der Plan auf? In dieser Dokumentation begleitet das ZDF "Die Zukunftsmacher" - erfolgreiche Start-up-Unternehmer. Rolf-Dieter Lafrenz zum Beispiel. Er ist eigentlich Unternehmensberater. Und er revolutioniert gerade mit seinem zweiten Unternehmen Cargonexx die Logistikbranche. Mithilfe künstlicher Intelligenz optimiert er die Auslastung von Lkw und schont damit auch noch die Umwelt. Wird die Branche seine Idee annehmen? Der Film begleitet ihn dabei, wie er versucht, Großkunden zu überzeugen. Und auch bei Investoren muss er sich beweisen. Glauben sie an seine Idee, damit er richtig durchstarten kann? Mit Exoskeletten "made in Germany" wollen die Gründer von German Bionic Systems den Menschen in den Mittelpunkt der Industrie 4.0 stellen. Exoskelette unterstützen Menschen bei Bewegungsabläufen, vor allem in der Industrie. Der Film begleitet sie bei der Eröffnung ihrer ersten Produktionshalle. Können sie den bisher führenden asiatischen Unternehmen das Wasser reichen? Und werden sie es schaffen, ihre Exoskelette im großen Stil in die Industrie zu bringen? Den Schritt in die Industrie wollen auch die Gründer von Swabian Instruments schaffen. Denn mit ihren Messgeräten könnten die Computersysteme der übernächsten Generation entworfen werden. Doch vor allem Forscher brauchen die Geräte der Schwaben. Der Film begleitet sie zu dem weltweit führenden Forscher auf diesem Gebiet. Schaffen sie es, zu überzeugen?
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Erst frei, dann pleite WIRTSCHAFT UND KONSUM Selbstständige in Not, D 2018
Ob Schneiderin, Lottoladen-Besitzerin oder Kleinbauer: Viele Selbstständige machen zu wenig Gewinn, um sich etwas zurücklegen zu können. Erst frei, dann pleite - leider keine Ausnahme. Die Kleinunternehmer arbeiten oft unter Mindestlohn und müssen dennoch hohe Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Sie fallen durch das soziale Netz. Dass dies in äußerst prekäre Lebenslagen führt, erkennen viele Selbstständige zu spät. Laut einer DIW-Studie zahlt nur etwa die Hälfte aller Kleinunternehmer in die Rentenversicherung ein. Da die Beiträge für sie freiwillig sind, sparen sie sich diese Kosten oft und hoffen, später genug Gewinn fürs Alter zu machen. Doch das klappt nicht immer. Dabei wurde der Alleingang in die Selbstständigkeit lange Zeit von der Politik beworben und staatlich gefördert: Über 100 000 "Ich-AGs" entstanden in den Nullerjahren. Viele von ihnen wirtschaften am Existenzminimum. "Ich trinke nur Leitungswasser. Kleidung - nichts über zehn Euro. Das Auto rostet vor sich hin." Petra K. hat sich vor Jahren mit einer Nähstube selbstständig gemacht. Ihre Auftragsbücher sind voll, trotzdem reicht es am Monatsende oft nicht. So kommt es, dass manchmal mehr als drei Viertel ihrer Einnahmen allein an die Krankenversicherung gehen. Für Rentenbeiträge - keine Chance. "Dass mir einmal so wenig bleiben würde, das habe ich nie für möglich gehalten, nein." So bilanziert Wera H. ihr Berufsleben als selbstständige Lottoladen-Inhaberin. Sie lebt mit 700 Euro Rente aktuell etwa 300 Euro unter der Armutsgrenze. Ihr Antrag auf Grundsicherung wurde abgelehnt, weil sie ein Haus bewohnt, für das die Raten noch nicht abbezahlt sind. Besonders drastisch sind die Notlagen von Selbstständigen bei denen, die ihre Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr stemmen können. Eine halbe Million Menschen sind bei ihrer Krankenkasse verschuldet und bekommen, bis auf lebensrettende Maßnahmen, keine Leistungen mehr. "Besonders erschüttert hat mich, dass 80 Prozent dieser Fälle aus der deutschen Mittelschicht kommen", sagt Dr. Uwe Denker, ein Arzt, der als Pensionär Menschen kostenlos behandelt. Er sieht die Entwicklung erst an ihrem Beginn: "Wir werden noch eine Flutwelle an Armut erleben." Mit Blick auf die Politik sagt er: "Was wir brauchen, ist ein Rettungsschirm für in Not geratene Selbstständige." Der Film erzählt von Selbstständigen, die ihr Rentenalter schon erreicht haben, und jenen, die noch auf dem Weg dahin sind. Die Realität der Älteren ist die Perspektive der Jüngeren. Sie lautet leider zu oft: Armut.
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Start-up ins Risiko - Von der Idee bis zur Pleite WIRTSCHAFT UND KONSUM, D 2018
Pro Jahr wagen etwa 850 000 Gründer den Schritt und werden Unternehmer. Doch nur eins von zehn deutschen Start-ups übersteht die ersten fünf Jahre. In Deutschland ein Unternehmen zu gründen, ist recht unproblematisch. Doch die Schwierigkeiten lassen nicht lange auf sich warten: Standortbeschaffung, Kundenakquise, Lizenzen und Bürokratie sind die vier zentralen Herausforderungen für Jungunternehmer. Hinzu kommen oft Probleme mit der Finanzierung. Banken und private Kreditgeber kennen die miese Erfolgsbilanz. Auch, wenn es sich auf den Hochglanzbroschüren über "Investmentpartner der Innovationen" anders liest, die Geldgeber scheuen oft das Risiko. Die Mitarbeitersuche gestaltet sich ähnlich schwierig. Denn ein Job in einer Firma, bei der nicht klar ist, ob sie die nächsten Jahre überdauert, ist nicht sonderlich attraktiv. Oft werden gerade junge Teammitglieder sehr schlecht bezahlt.
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forum am freitag KIRCHE UND RELIGION
Das Format bietet Einblicke in die Welt der Muslime in Deutschland. Von konservativ bis liberal, von politisch über kulturell bis religiös oder theologisch sind alle Lebenseinstellungen zu finden.
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heute Xpress NACHRICHTEN
Egal, ob Politik, Wirtschschaft, Kultur oder Gesellschaft - das Nachrichtenmagazin informiert kurz und knackig über aktuell relevante Themen.
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Frontal 21 INFOMAGAZIN
Geringverdiener in der Falle Lebenslänglich arm Vollzeit arbeiten und doch nicht genug zum Leben haben? Genau das sollte sich eigentlich mit der Einführung des Mindestlohns in Deutschland ändern. Doch noch immer verdienen mehr als drei Millionen Arbeitnehmer trotz Vollzeitjob weniger als 2000 Euro brutto im Monat. Dabei gibt es große regionale Unterschiede: Während der Anteil in Westdeutschland bei zwölf Prozent liegt, ist er in Ostdeutschland mit 23,5 Prozent fast doppelt so hoch. Selbst wenn der Mindestlohn, wie von der SPD und dem Deutschen Gewerkschaftsbund gefordert, auf zwölf Euro angehoben werde, reiche das allein nicht aus, sagen Experten. Auch dann würden noch immer viele Vollzeitbeschäftigte, auch gelernte Arbeitskräfte, nicht genügend verdienen, um ein akzeptables Auskommen und eine finanziell gesicherte Zukunft zu haben. Millionen Arbeitnehmern drohe Altersarmut. Deshalb müsse vielmehr auch die Tarifflucht der Unternehmen bekämpft werden. "Frontal 21" hat Geringverdiener in ihrem Alltag getroffen und fragt nach, warum die Politik so wenig getan hat, um den Niedriglohnsektor einzudämmen. Der Wolf im Wahlkampf Mit der Angst auf Stimmenfang Seit inzwischen 20 Jahren ist der Wolf zurück in Deutschland. Immer wieder läuft er durch Dörfer, immer wieder reißt er Schafe und Ziegen. Nun greift die AfD das Thema auf und benutzt den Wolf, um Wahlkampf und kräftig Stimmung zu machen. In Sachsen, wo es besonders viele der tierischen Einwanderer gibt, hat die AfD sogar eine eigene Wolfsbeauftragte. Silke Grimm ist zwar noch nie einem Wolf begegnet, behauptet aber, künftige Generationen würden keine weidenden Schafherden mehr sehen, so gefräßig sei das Raubtier. Sogar Kinder seien bedroht. Deshalb will Grimm Obergrenzen für Wölfe einführen. Auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse macht mit dem Thema Politik: "Wölfe haben schon lange gelernt, dass vom Menschen keine Gefahr ausgeht." Der nächste logische Schritt sei, dass sich auch ihr Beuteschema ändere, sagt der AfD-Politiker. "Alles, was kleiner und langsamer ist, ist als potenzielles Jagdopfer anzusehen." Hilse sieht Wölfe als unerwünschte Eindringlinge und vergleicht sie mit kriminellen Flüchtlingen. So absurd solche Vergleiche sind, die AfD schürt bewusst Angst und interessiert sich offenbar nicht für Fakten. Denn seitdem der Wolf zurück in Deutschland ist, hat er noch nie einen Erwachsenen oder gar ein Kind angegriffen. Und auch für die Weidetierhalter ist der Wolf nur eines von vielen Problemen, da dieser sich zu 97 Prozent von Wildtieren wie Rehen oder Wildschweinen ernährt und nur drei Prozent seiner Nahrung Weidetiere wie Ziegen und Schafe sind. Zudem wird ein Schäfer für jedes vom Wolf gerissene Tier vom Land entschädigt und bekommt zum Schutz seiner Tiere Zuschüsse für Elektrozäune. "Frontal 21" berichtet, wie die AfD mit der Legende vom bösen Wolf ein Thema besetzt und mit der Angst vor dem tierischen Einwanderer Wahlkampf in Brandenburg und Sachsen betreibt, statt aufzuklären. Klimawandel bei den Grünen Radikal war gestern Die Grünen stehen wie keine andere Partei für Klimaschutzpolitik. Von der öffentlichen Debatte um Klima und Umwelt profitieren sie gegenwärtig am stärksten. Wähler und Wählerinnen trauen ihnen auf diesen Gebieten am meisten zu. Doch wie grün ist die Partei wirklich - vor allem dann, wenn statt Schwarz-Rot auf Bundesebene künftig Schwarz-Grün regieren würde? Und gibt es überhaupt noch radikale politische Forderungen von ihrer Seite? "Frontal 21" geht der Frage nach, wie konsequent die Grünen ihre politischen Ziele überhaupt umsetzen können, wenn sie an die Macht wollen. Muss die Partei nicht irgendwann mit der Wahrheit rausrücken? Denn dem Klimawandel den Kampf anzusagen, bedeutet auch Verzicht und Verbote, die dem Wähler nicht gefallen könnten. Angeklagter im Chemnitz-Prozess "Ich habe ihn nicht angefasst." Wenige Tage vor dem möglichen Urteil im Prozess zum Tod Daniel Hilligs konnte "Frontal 21" mit dem Beschuldigten Alaa S. ein Telefoninterview führen. Er sitzt seit einem Jahr in der JVA Waldheim in Untersuchungshaft. Der 23-jährige Syrer bestreitet in dem Gespräch, Daniel Hillig in der Nacht zum 26. August 2018 in Chemnitz erstochen zu haben. Er sei aus einem Döner-Imbiss hinausgelaufen, weil er Rufe gehört habe. "Ohne hinter mich zu gucken, bin ich einfach so mit denen abgehauen, und dann kommt die Polizei und fasst nur uns beide", berichtet Alaa S. gegenüber "Frontal 21". Der gemeinsam mit Alaa S. festgenommene Yousif A. wurde wenig später aus Mangel an Beweisen wieder frei
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auslandsjournal AUSLANDSREPORTAGE
Wer wissen will, was außerhalb des Landes auf der politischen und gesellschaftlichen Bühne passiert, der ist hier richtig: Das Magazin liefert in ausführlichen und unterhaltsamen Beiträgen Antworten.
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Die innere Unsicherheit - Wenn Bürger Streife gehen GESELLSCHAFT UND SOZIALES, D 2019
Achtung, Bürger auf Patrouille! In Deutschland tauchen immer wieder selbst ernannte Bürgerwehren auf, die behaupten, die Straßen wären nicht mehr sicher. Die oft martialischen Auftritte und Streifgänge provozieren. Was steckt hinter dem Phänomen? Die Dokumentation macht sich auf Spurensuche: Wer sind die Akteure? Welche Motivation haben sie? Was ist legal, und wo wird eine Grenze überschritten? Dabei wird schnell klar: So griffig der Begriff "Bürgerwehr" in Zusammenhang mit Patrouillen im öffentlichen Raum auf den ersten Blick erscheint - dahinter kann sich vieles verbergen: von besorgten Bürgern über reine Netzaktivisten bis hin zu rechtsextremen Gewalttätern, die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen. In der Dokumentation kommen ebenso Opfer zu Wort wie Akteure aus der rechten Szene, Kritiker, Anwohner, Polizisten und Forscher. Ein Gegenbeispiel aus Bayern zeigt zudem: Wer als Bürger Streife gehen will, kann das auch in Zusammenarbeit mit der Polizei tun - als Mitglied einer Sicherheitswacht. Doch untergraben Bürger auf Streife nicht langfristig das Gewaltmonopol des Staates? Können sie - selbst wenn sie mit dem Staat zusammenarbeiten - überhaupt ein Gefühl der Sicherheit erzeugen? Die Dokumentation gewährt spannende Einblicke und sucht nach Antworten: Viele Bürgerwehren gründeten sich als Reaktion auf die Ereignisse der Kölner Silvesternacht 2015. Ist Deutschland in den letzten Jahren tatsächlich unsicherer geworden?
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Sachsen zwischen Mauerfall und Rechtspopulismus GESELLSCHAFT UND POLITIK Eine Spurensuche, D 2019
Bei der Bundestagswahl 2017 holte die AfD in Sachsen die meisten Stimmen. Bei den Umfragen zur Landtagswahl im September 2019 liegt sie mit der CDU fast gleichauf. ZDFinfo geht auf Spurensuche. Die AfD Sachsen hat deutschlandweite Spitzenwerte, die Pegida wurde hier gegründet, Chemnitz steht seit dem Herbst 2018 für rechtsextreme Ausschreitungen. Erklärungen sind nicht leicht zu finden. Die CDU-geführte Landesregierung habe den keimenden Rechtsextremismus jahrzehntelang unterschätzt - so viele Experten. Doch viele der Gründe für die Fruststimmung, die viele Sachsen 30 Jahre nach dem Mauerfall ergriffen hat, liegen tiefer und weit zurück, wie die ZDFinfo-Dokumentation analysiert.
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Störfall AfD - Das Netz der Rechten GESELLSCHAFT UND POLITIK, D 2019
Aktuell 91 Abgeordnete der AfD sitzen im Bundestag und bemühen sich um öffentliche Aufmerksamkeit. Gleichzeitig pflegen Teile der Partei ihre Kontakte ins Netzwerk der Neuen Rechten. Der Verfassungsschutz erkennt "Anhaltspunkte für eine gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung ausgerichtete Politik". Wohin entwickelt sich die AfD? Wer gehört zu ihren Unterstützern? Gibt es eine klare Abgrenzung gegen Rechtsextreme? Die Dokumentation beleuchtet öffentliche und nicht öffentliche Aktivitäten in und im Umfeld der "Alternative für Deutschland" - mit zum Teil unveröffentlichtem Filmmaterial sowie namhaften Experten aus Wissenschaft und politischem Journalismus. Welches Konzept verfolgt die AfD, wer sind heute die maßgeblichen Köpfe? Wie stark sind die Landesverbände im Osten, welche Bedeutung hat die innerparteiliche Gruppierung "Der Flügel" rund um Björn Höcke? Gibt es ein Gegengewicht zum Rechtsaußen-Lager? Wer trifft sich mit wem hinter verschlossenen Türen? Und was hat es mit den vielen stimmungsvoll gemachten Videofilmchen im Netz auf sich?
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Völkische Siedler - Schattenwelten auf dem Land DOKUMENTATION, D 2018
Sie halten sich im Verborgenen und sprechen nicht mit der Presse - selbst der Name ist eine Annäherung, um das Phänomen zu fassen: völkische Siedler. Seit Generationen siedeln Familien mit rechter Gesinnung auf dem Land. Sie betreiben oft ökologischen Landbau, gehen traditionellen Handwerken nach und pflegen altes Brauchtum. Vor allem aber leben sie in allem ihre germanisch-völkischen Ideale. Die Dokumentation begibt sich auf die Suche nach den völkischen Siedlern, analysiert deren historische Wurzeln und beschreibt ihren Einfluss in der aufblühenden rechten Szene von heute.
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Die Welt der Reichsbürger GESELLSCHAFT UND POLITIK Träumer, Aussteiger, Extremisten, D 2017
Immer mehr Menschen wollen nichts mehr mit dem Staat zu tun haben. Eine Mischung aus Reichsbürgern, Selbstverwaltern und Systemverweigerern kehrt der Bundesrepublik den Rücken zu. Wie radikalisierten sich die Reichsbürger in den letzten Jahren? Welche Motive haben sie? Zum Vorschein kommt eine schillernde europäische Gemeinde von Anarchisten, Geschäftsleuten, Esoterikern und Abenteurern - zwischen selbst erklärtem Freiheitskampf und Eigensinn.
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Hochbetrieb im Leihhaus - Letzter Ausweg für Verzweifelte REPORTAGE, D 2018
Etwa eine Million Menschen nutzen jedes Jahr die Möglichkeit, in Pfandleihhäusern ihr Eigentum vorübergehend in Bargeld zu verwandeln, so zum Beispiel im "Dobrzynski Leihhaus" in Mannheim. Laut Armutsbericht leben im Stadtkreis Mannheim die meisten Hartz-IV-Empfänger in ganz Baden-Württemberg. Sie bekommen keinen Kredit und verpfänden für schnelles Geld ihr Handy, die Playstation oder ihr neues Fahrrad, für das sie die letzten Monate gespart haben. Der Pfandschein ist für sie die Rettung in der Not. Auch in einer reichen Großstadt wie München haben Leihhäuser Konjunktur, beispielsweise das "Käfer's Leihhaus": Laut Eigentümer Thomas Käfer, Cousin des Feinkost-Unternehmers Michael Käfer, läuft das Geschäft besser denn je. Etwa 30 000 Gegenstände geben die Kunden pro Jahr ab. Die Reportage zeigt, welche Schicksale sich hinter dem Gang ins Pfandleihhaus verbergen.
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Start-up ins Risiko - Von der Idee bis zur Pleite WIRTSCHAFT UND KONSUM, D 2018
Pro Jahr wagen etwa 850 000 Gründer den Schritt und werden Unternehmer. Doch nur eins von zehn deutschen Start-ups übersteht die ersten fünf Jahre. In Deutschland ein Unternehmen zu gründen, ist recht unproblematisch. Doch die Schwierigkeiten lassen nicht lange auf sich warten: Standortbeschaffung, Kundenakquise, Lizenzen und Bürokratie sind die vier zentralen Herausforderungen für Jungunternehmer. Hinzu kommen oft Probleme mit der Finanzierung. Banken und private Kreditgeber kennen die miese Erfolgsbilanz. Auch, wenn es sich auf den Hochglanzbroschüren über "Investmentpartner der Innovationen" anders liest, die Geldgeber scheuen oft das Risiko. Die Mitarbeitersuche gestaltet sich ähnlich schwierig. Denn ein Job in einer Firma, bei der nicht klar ist, ob sie die nächsten Jahre überdauert, ist nicht sonderlich attraktiv. Oft werden gerade junge Teammitglieder sehr schlecht bezahlt.
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Macht und Machenschaften WIRTSCHAFT UND KONSUM Milliardengeschäft Steuerhinterziehung, D 2018
Die Dokumentation begibt sich in den Sumpf der Steuerhinterziehung: von Schweizer Nummernkonten über geleakte Steuer-CDs bis hin zu gewieften Offshore-Konstruktionen. Im Fokus: die Besserverdiener, die Reichen, die Mächtigen - Hoeneß, Ronaldo und Co. Ist "bei denen da oben" Steuerhinterziehung eine Selbstverständlichkeit, gar ein Kavaliersdelikt? Was ist dran am Mythos "Volkssport Steuerhinterziehung"? Der Film "Macht und Machenschaften" begibt sich in den Sumpf der Steuerhinterziehung und erzählt die Geschichte vom Aufstieg der Schweizer Schwarzgeld-Konten bis zu den gewieften Offshore-Konstruktionen heute. Denn Steuerhinterziehung ist vor allem eins: ein Riesengeschäft. Und die Tricks zur Steuervermeidung, zum Ausnutzen von Steuerschlupflöchern und auch zur strafbaren Hinterziehung werden immer ausgeklügelter, die Zirkel, die sich das leisten können, kleiner und elitärer. Im Fokus: die Steuerhinterziehung der Besserverdiener, der Mächtigen. Fälle, an die sich noch die ganze Republik erinnert: die Tennis-Legende Boris Becker, die "EMMA"-Chefin Alice Schwarzer, der FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß - die Liste ist lang. Zu Wort kommen unter anderen eine Gerichtsreporterin, die den Hoeneß-Prozess hautnah verfolgte, ein ehemaliger Finanzminister, ein deutscher Steuerberater in der Schweiz und auch ein Insider für Steueroasen. Im Zentrum des Films stehen die um die Jahrtausendwende aufgetauchten Steuer-CDs: Ein Whistleblower, der dem Staat Daten von deutschen Steuerflüchtigen in der Schweiz verkauft hat, berichtet. Diese Steuer-CDs waren nur der Anfang der Enthüllungen, es folgten die "Panama Papers" und die "Paradise Papers". Auch auf politischer Ebene nehmen internationale Abkommen die Steuersünder ins Visier. Es wird zwar immer enger für die, die den deutschen Fiskus austricksen wollen. Doch reicht das aus?
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Geheimakte Finanzkrise WIRTSCHAFT UND KONSUM Droht der nächste Jahrhundert-Crash?, D 2018
Der Fall schien klar: Die US-Bank Lehman Brothers löste die Finanzkrise 2008 aus. "ZDFzoom" enthüllt nun, welche Verantwortung die Deutsche Bank trug und wie sie um ihr Überleben kämpfte. Die Doku zeigt, dass die Deutsche Bank über Jahre wissentlich gefährliche Papiere verkaufte und 2007 provozierte, dass in Deutschland der Staat Banken stützen musste. Ihre eigenen Probleme vertuschte die Bank und rühmte sich, ohne staatliche Hilfe auszukommen. Diese Strategie hat die einst größte Bank der Welt eingeholt. Seit Jahren hat sie mit den Folgen der Krise zu kämpfen. Der ehemalige Finanzminister Wolfgang Schäuble sagt über den einstigen Branchenprimus im Interview mit "ZDFzoom": "Wenn Sie sich die aktuelle Situation der Deutschen Bank anschauen, ganz übern Berg, um es höflich zu sagen, sind sie immer noch nicht. Deswegen hätten sie früher mit ein bisschen mehr Demut vielleicht ein bisschen von den großen Schäden, die eingetreten sind, vermeiden können." So hat die Bank Schrott-Kreditbündel in aller Welt geschnürt - auch in Deutschland - obwohl man wusste, dass viele faule Hypotheken dabei waren. Bis in den Juli 2007 verkaufte man die Papiere auch an die Deutsche IKB - bis die insolvent wurde. Als die IKB Hilfe brauchte, strich die Deutsche Bank die Kreditlinie. Ingrid Matthäus-Maier, damals die Chefin der Staatsbank KfW - Anteilseignern der IKB -, spricht in "ZDFzoom" erstmals offen über diese Zeit und den damaligen Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann: "Er hat diese Krise erst selber ausgelöst, um dann die anderen Beteiligten zu treiben, dass sie die Krise lösen, und zwar ohne dass die Privaten bluten. Wir fühlten uns erpresst als KfW-Vorstand, insbesondere von Ackermann. Er war mit Sicherheit der Brandstifter, der war weder integer noch war er anständig, er war skrupellos und hat sich das Problem vom Hals gehalten." Auch aus der Bank selbst kommt scharfe Kritik. Erstmals gibt der aktuelle Chefökonom David Folkerts-Landau ein ausführliches Fernsehinterview. Die Strategie Ackermanns, um jeden Preis den Umsatz zu steigern, eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent zu fordern, sei "töricht" gewesen: "So vorauszustürmen war also ein großes Risiko." Geheime Unterlagen der Bank belegen, wie viel Risiko die Bank auf sich geladen hatte und wie schlecht es ihr schon im Oktober 2008 ging. Ackermann sagte damals: "Es wäre eine Schande, wenn wir einräumen müssten, dass wir Geld vom Steuerzahler brauchen." Der Chefökonom Folkerts-Landau dazu gegenüber "ZDFzoom": "Ich war bei dieser Telefonkonferenz dabei, als Joe diesen Satz sagte. Es war eine der egozentrischsten politischen Entscheidungen, die ich je von einem leitenden Banker gesehen habe. Wenn wir das Geld genommen hätten, wäre Joe seinen Job wohl losgeworden. Aber das hatte er offenbar so nicht vorgesehen." Durch die Aussage Ackermanns sei verhindert worden, dass die Bank rechtzeitig aufgeräumt habe: "Das war so ein schwerer politischer Fehler. Es ist einfach völlig unverständlich, wie ein hochrangiges Mitglied der Finanzindustrie diese Entscheidung treffen konnte." Heute ist bekannt: Allein in den USA lieh sich die Deutsche Bank in kurzer Zeit über 70 Milliarden Dollar. Außerdem profitierte sie von diversen direkten Finanzspritzen. Experten sind sich einig: Längst droht eine neue, schlimmere Krise. Die Verschuldung ist weltweit höher als nach dem Zweiten Weltkrieg. Wolfgang Schäuble sagt, dass die Wahrscheinlichkeit dafür spreche, dass die nächste Krise kommt. Der Chefökonom der Deutschen Bank, Folkerts-Landau, teilt diese Sorge: "Ich wäre überrascht, wenn wir in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht wieder eine sehr schwere Krise erleben würden. Ich glaube, da kommt eine Reihe von Elementen zusammen, die mich buchstäblich nachts wach halten." Mehr unter www.zoom.zdf.de
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In der Schuldenfalle DOKUMENTATION Zwischen Kontopfändung und Gerichtsvollzieher, D 2016
In Deutschland haben sich zahlreiche Menschen verschuldet. Mehr als 6,8 Millionen - und damit knapp jeder Zehnte - gelten dabei sogar als überschuldet. Auffällig ist, dass die Zahl der überschuldeten Rentner in den letzten Jahren um rund 60 Prozent gestiegen ist. Die bei Weitem meisten Schuldner sind aber zwischen 30 und 40 Jahre alt. Fast zwei Millionen junge Erwachsene sind betroffen. "Aufmachen! Hier ist Obergerichtsvollzieher Lux vom Amtsgericht Leipzig. Ich habe einen Haftbefehl!" Michael Lux klopft energisch an die Wohnungstür. Eine Versicherung schickt ihn, um ausstehende Zahlungen in Höhe von rund 400 Euro einzutreiben. Die Schuldnerin hat auf keines seiner Schreiben reagiert. Wenn sie sich auch heute weigert, Auskunft über ihre Besitzverhältnisse zu geben, wird Lux sie mithilfe der Polizei festnehmen lassen. Zutritt verschafft er sich in solchen Fällen mit einem Schlüsseldienst. Was den Gerichtsvollzieher in der Wohnung erwartet, weiß er vorher nicht. In seinen 20 Dienstjahren hat Lux schon vieles erlebt - Familiendramen, gewalttätige Schuldner, Leichen. Auch Obergerichtsvollzieher Michael Peller kennt die Anspannung, die sich breitmacht, bevor er eine fremde Wohnung betritt. Seine Strategie: "Das darf man nicht so nah an sich heranlassen." Damit meint er auch die vielen Schicksale, die ihm im Alltag begegnen. Bei vielen Schuldnern muss er immer wieder anklopfen. Denn wer einmal in der Schuldenfalle steckt, kommt so schnell nicht wieder heraus. Zu ihnen gehört auch Mandy Ramm. Die 29-Jährige hat sich schon früh verschuldet. Ein Kredit für die Ausbildung an einer privaten Kosmetikschule, Stromrechnungen und Handyverträge - so haben sich bei ihr Schulden von rund 12 000 Euro aufgetürmt. Mandy hat einen Teilzeitjob in einer Pension. Zusätzlich gibt es Geld vom Sozialamt. Nicht einmal 600 Euro monatlich kommen so zusammen. Keine Chance, damit den Schuldenberg abzubauen. Ihre letzte Hoffnung ist die Schuldnerberatung der Caritas. Auch Christian Lemke steckt tief drin in der Schuldenfalle. Sein großer Traum von der Selbstständigkeit mit einem Franchise-Unternehmen ist geplatzt. Zurück blieben Schulden von rund 100 000 Euro. Der junge Familienvater braucht eine Lösung - aber wie könnte die aussehen? Die Dokumentation "In der Schuldenfalle - Zwischen Kontopfändung und Gerichtsvollzieher" erzählt diese ganz unterschiedlichen Geschichten und erläutert die Zusammenhänge eines komplexen Systems rund um das aktuelle Thema der Überschuldung in Deutschland.
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Erst frei, dann pleite WIRTSCHAFT UND KONSUM Selbstständige in Not, D 2018
Ob Schneiderin, Lottoladen-Besitzerin oder Kleinbauer: Viele Selbstständige machen zu wenig Gewinn, um sich etwas zurücklegen zu können. Erst frei, dann pleite - leider keine Ausnahme. Die Kleinunternehmer arbeiten oft unter Mindestlohn und müssen dennoch hohe Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Sie fallen durch das soziale Netz. Dass dies in äußerst prekäre Lebenslagen führt, erkennen viele Selbstständige zu spät. Laut einer DIW-Studie zahlt nur etwa die Hälfte aller Kleinunternehmer in die Rentenversicherung ein. Da die Beiträge für sie freiwillig sind, sparen sie sich diese Kosten oft und hoffen, später genug Gewinn fürs Alter zu machen. Doch das klappt nicht immer. Dabei wurde der Alleingang in die Selbstständigkeit lange Zeit von der Politik beworben und staatlich gefördert: Über 100 000 "Ich-AGs" entstanden in den Nullerjahren. Viele von ihnen wirtschaften am Existenzminimum. "Ich trinke nur Leitungswasser. Kleidung - nichts über zehn Euro. Das Auto rostet vor sich hin." Petra K. hat sich vor Jahren mit einer Nähstube selbstständig gemacht. Ihre Auftragsbücher sind voll, trotzdem reicht es am Monatsende oft nicht. So kommt es, dass manchmal mehr als drei Viertel ihrer Einnahmen allein an die Krankenversicherung gehen. Für Rentenbeiträge - keine Chance. "Dass mir einmal so wenig bleiben würde, das habe ich nie für möglich gehalten, nein." So bilanziert Wera H. ihr Berufsleben als selbstständige Lottoladen-Inhaberin. Sie lebt mit 700 Euro Rente aktuell etwa 300 Euro unter der Armutsgrenze. Ihr Antrag auf Grundsicherung wurde abgelehnt, weil sie ein Haus bewohnt, für das die Raten noch nicht abbezahlt sind. Besonders drastisch sind die Notlagen von Selbstständigen bei denen, die ihre Krankenversicherungsbeiträge nicht mehr stemmen können. Eine halbe Million Menschen sind bei ihrer Krankenkasse verschuldet und bekommen, bis auf lebensrettende Maßnahmen, keine Leistungen mehr. "Besonders erschüttert hat mich, dass 80 Prozent dieser Fälle aus der deutschen Mittelschicht kommen", sagt Dr. Uwe Denker, ein Arzt, der als Pensionär Menschen kostenlos behandelt. Er sieht die Entwicklung erst an ihrem Beginn: "Wir werden noch eine Flutwelle an Armut erleben." Mit Blick auf die Politik sagt er: "Was wir brauchen, ist ein Rettungsschirm für in Not geratene Selbstständige." Der Film erzählt von Selbstständigen, die ihr Rentenalter schon erreicht haben, und jenen, die noch auf dem Weg dahin sind. Die Realität der Älteren ist die Perspektive der Jüngeren. Sie lautet leider zu oft: Armut.
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Wohnstress WOHNEN Eigenheim, D 2019
Wohnen in den eigenen vier Wänden - der Lebenstraum vieler Menschen. Aber die Preissteigerungen der letzten Jahre haben das Eigenheim oft in weite Ferne rücken lassen. Menschen mit kleinem Budget müssen sich beim Hauskauf noch mehr bescheiden als noch vor ein paar Jahren. Einige versuchen aber, dem Mangel an Geld mit Einfallsreichtum und neuen Wohnideen zu begegnen. Auf verschiedenen Baustellen begleitet die "ZDF.reportage" mutige Menschen auf ihrem Weg zum Eigenheim. Mit großer Ausdauer, unermüdlichem Einsatz, Kreativität und tatkräftiger Unterstützung von Familie und Freunden schaffen sie das, wovon viele nur träumen: ihr eigenes Heim. Dass ein Zuhause auch ganz bescheiden geht, zeigt Maria K. aus Neuendettelsau. Sie wird demnächst in einem sogenannten Mobilheim wohnen. Für gerade mal 19 000 Euro hat sie den 43 Quadratmeter großen Wohncontainer gekauft. Der günstige Kaufpreis bedeutet aber auch, dass sie noch viel Arbeit in ihr Wohnprojekt stecken muss. Der Container ist Jahrzehnte alt und bedarf einer Rundumerneuerung. Ohne handwerkliche Kenntnisse wird sich Maria an die Sanierung des Mobilheims wagen. Evelyn und Jörg M. sind dagegen relativ klassische Häuslebauer. Mit 250 000 Euro ist ihr Budget im Vergleich relativ üppig. Aber auch sie müssen hart kalkulieren. In ihrer Heimat Bornheim am Rhein ist ein Haus mit der Summe eigentlich kaum zu finanzieren. Familie M. entschied sich daher zu einem Fertighaus. So wollen sie böse Überraschungen vermeiden. Dass trotzdem unerwartete Kosten auf sie zukommen können, werden sie aber bald erleben. Andere renovieren über Jahre hinweg preisgünstige Schrottimmobilien, um den eigentlich unerreichbaren Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen. Zimmer für Zimmer sanieren sie baufällige Häuser, weil das Geld für ein intaktes Haus einfach nicht da ist. Besonders Wagemutige versuchen, sich den Immobilienpreisen sogar komplett zu entziehen. Sie wohnen in selbst gebauten "Tiny Houses", selbst entworfenen Mini-Häuschen für wenige Tausend Euro. Hier leben die Menschen auf wenigen Quadratmetern. Aber wenigstens in ihren eigenen. Die "ZDF.reportage" unterwegs zu Menschen, die unbedingt günstig zu einem Eigenheim kommen wollen.
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Plattgemacht - Ein Stadtteil verschwindet DOKUMENTATION, D 2019
Suhl-Nord, einst modernes Plattenbauviertel in Südthüringen, heute geprägt von Abwanderung und Überalterung. Der Leerstand breitet sich wie ein Virus aus. Das Wohngebiet wird abgerissen. Nach der Wende ging es bergab. Von 14 000 Bewohnern sind nur noch 3650 übrig. Sanierung lohnt nicht, Platte für Platte wird nun abgerissen. Die Bewohner werden umgesiedelt. Was bedeutet es für sie, ihr Zuhause zu verlieren? Suhl liegt etwa 70 Kilometer südlich von Erfurt. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde aus dem kleinen Städtchen eine DDR-Vorzeigestadt und wuchs auf 56 000 Einwohner an. Neue Industrien wurden angesiedelt, der Bedarf an Wohnraum nahm rasant zu. So entstanden moderne Plattenbauviertel, auch Suhl-Nord. Doch nach der Wende begann der Wandel. Die volkseigenen Betriebe schlossen, Arbeitsplätze gingen verloren, die Jungen zogen weg. Der demografische Wandel, der in ganz Deutschland zu verzeichnen ist, macht sich hier mit voller Härte bemerkbar. 40,2 Prozent der Einwohner sind heute über 60 Jahre, der höchste Wert im Vergleich aller kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland. Das soll sich ändern: In Suhl will man das Schrumpfen als Chance sehen. Bevor sich der Leerstand im Wohngebiet Suhl-Nord ausbreitet, heißt nun die Strategie der Stadt: Abriss - auch, weil es wohnungsbaupolitisch keine Alternative gibt. Doch was bedeutet das für die Bewohner, die noch in Suhl-Nord leben? Christine (51) wohnt seit 27 Jahren in Suhl-Nord. Schon zwei Mal musste die Familie mit ansehen, wie Bagger ihr Zuhause plattmachten. Jetzt bekamen sie wieder einen Brief: Abriss! Es ist das dritte Mal, dass Christine und ihr Mann umziehen müssen. Doch sie wollen nicht jede Wohnung akzeptieren. "Sollen die Bagger doch kommen", sagt Christine. Aber nachts, wenn sie nicht schlafen kann, kommen die Sorgen. Die 75-jährige Helga wohnt auch in Christines Wohnblock. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie geholfen, das Viertel aufzubauen, Anfang der 80er-Jahre. Als Helgas Mann nach 43 Jahren Ehe stirbt und zeitgleich ein Brief kommt mit der Ankündigung, dass ihre Platte abgerissen wird, bricht für Helga eine Welt zusammen. Der 35-jährige Dragan kam vor fünf Jahren aus Serbien und landete durch Zufall in Suhl-Nord. Dort lebt er mit seiner Frau und den vier Kindern in einer der letzten Plattenbauten, die noch nicht abgerissen wurden. "Andere gehen", sagt er, "ich komme." Doch wie lange kann die Familie bleiben? Ralf Heymel ist Geschäftsführer der GeWo Suhl, der Städtischen Wohnungsgesellschaft. Ihr gehört ein Großteil der Wohnungen in Suhl-Nord. Was bedeutet es ökonomisch, menschlich und logistisch, einen ganzen Stadtteil abzureißen? Suhl-Nord ist ein extremes Beispiel, steht aber für eine Entwicklung in vielen Städten und Regionen Deutschlands. Heike Liebmann von der Uni Cottbus hat die Probleme schrumpfender Städte in Deutschland erforscht. Der Abriss ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten alternativlos, sagt sie. Der Film lässt anhand von Archivmaterial das Viertel von damals noch mal entstehen. Er dokumentiert die Bedeutung des modernen Plattenbaus für die DDR-Bürger und begleitet drei Protagonisten, die demnächst ihre Platte räumen müssen.
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Das Universum - Eine Reise durch Raum und Zeit ASTRONOMIE Supernova - Eine Reise durch Raum und Zeit, USA 2010
Wie ist unsere Sonne entstanden? Was passiert, wenn ganze Galaxien kollidieren? Und warum bringen explodierende Sterne neues Leben hervor? Die Sendung begibt sich auf Spurensuche. Die Dokumentarserie "Das Universum - Eine Reise durch Raum und Zeit" zeigt spektakuläre Bilder aus den Tiefen des Kosmos, befragt führende Wissenschaftler zu den Geheimnissen des Weltalls und gibt Aufschluss über die Bausteine unseres Universums.
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Das Universum - Eine Reise durch Raum und Zeit ASTRONOMIE Planeten - Eine Reise durch Raum und Zeit, USA 2010
Wie ist unsere Sonne entstanden? Was passiert, wenn ganze Galaxien kollidieren? Und warum bringen explodierende Sterne neues Leben hervor? Die Dokumentarserie zeigt spektakuläre Bilder aus den Tiefen des Kosmos, befragt führende Wissenschaftler zu den großen Geheimnissen des Weltalls und gibt Aufschluss über die grundlegenden Bausteine unseres Universums.
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Exoplaneten - Fahndung nach der zweiten Erde ASTRONOMIE, D 2018
Seit einigen Jahren sind Astronomen auf der ganzen Welt im Jagdfieber. Sie durchforsten das Universum, auf der Suche nach fernen Planeten, die der Erde ähneln. 2015 entdecken sie das einzigartige Planetensystem Trappist-1. In 40 Lichtjahren Entfernung umkreisen sieben etwa erdgroße Planeten einen Stern. Drei davon befinden sich in der potenziell bewohnbaren Zone. Könnte es dort Leben geben?
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Faszination Universum ASTRONOMIE Asteroiden: Die letzte Chance, D 2016
Eine unterschätzte Gefahr: Asteroiden auf Kollisionskurs. Harald Lesch reist in einem virtuellen Raumschiff ins Sonnensystem, um herauszufinden, wie wir der Gefahr begegnen können. Millionen von Asteroiden vagabundieren durch unser Sonnensystem. Täglich fallen mehrere Tonnen Asteroidenstaub zur Erde. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis uns ein großer Brocken gefährlich wird. Doch trotz des Risikos sind Abwehrmaßnahmen bisher reine Theorie. Im Morgengrauen des 15. Februar 2013 erhellt ein Feuerball den Himmel über der russischen Kleinstadt Tscheljabinsk. Seine Druckwelle beschädigt Tausende Gebäude. Spätere Auswertungen zeigen: Hier war ein Asteroid von etwa 20 Metern Durchmesser beim Durchgang durch die Atmosphäre explodiert. Er war völlig unbemerkt auf Kollisionskurs gelangt, denn selbst die besten Teleskope können Asteroiden nur unter bestimmten Bedingungen erspähen. Die meisten Asteroiden im Sonnensystem ziehen ihre Bahnen weit entfernt von der Erde, im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Dort sind sie für uns keine Gefahr. Allerdings reicht schon ein kleiner Anlass, um das labile Gleichgewicht zu stören. Es ist vor allem Jupiter, der regelmäßig für gefährliche Unruhe sorgt, obwohl er 300 Millionen Kilometer vom Asteroidengürtel entfernt ist. Wann der nächste Asteroideneinschlag droht, kann niemand mit Sicherheit vorhersagen. Klar ist nur: Er wird kommen. Vorkehrungen für den Ernstfall sind bisher reine Theorie. Vielen scheint vor allem eine Lösung denkbar: den Asteroiden mithilfe eines Raumschiffs aus seiner Bahn lenken. Allerdings ist diese Methode nur bei kleinen oder noch weit entfernten Asteroiden wirkungsvoll. Bei akuter Gefahr bleibt nur, den potenziellen Killer mit Sprengungen aus seiner Bahn zu katapultieren oder ganz zu zerstören. Doch auch eine Sprengung birgt Risiken, denn Asteroid ist nicht gleich Asteroid. Je nach Beschaffenheit und Größe müsste ein Sprengsatz punktgenau platziert werden, um den Erfolg der Mission zu garantieren. Solche Manöver im Weltraum sind jedoch eine Herausforderung, wie die Bruchlandung des Philae-Landers auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko im November 2015 gezeigt hat. Im Zweifel bleibt nur eine Chance: eine bemannte Mission, deren Crew die richtige Platzierung des Sprengsatzes sicherstellen kann. Das Problem: Zurzeit existiert jedoch keine geeignete Rakete, die Menschen auch nur bis zum Mond bringen könnte. Was den Ingenieuren in den 1960er-Jahren gelang, scheint heute in weiter Ferne. Die immerwährende Gefahr eines Asteroideneinschlages sollte genügen, um die Weltgemeinschaft zur Entwicklung geeigneter Triebwerke zusammenzuschweißen. Doch die unberechenbare Gefahr, die in weiter Ferne scheint, genügt offensichtlich nicht für eine internationale Anstrengung. Die nötige Motivation könnte nun von unerwarteter Seite kommen: Privatunternehmen wie Planetary Resources oder Deep Space Industries wollen schon in etwa zehn Jahren Metalle wie Gold und Platin auf Asteroiden abbauen. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Verlockung von Reichtümern die Entwicklung neuer Technologien beflügelt. Doch es bleibt die Frage: Wem gehört das Weltall? Die Nagelprobe wird der erste wirtschaftlich verlockende und erreichbare Himmelskörper sein. Ein Lehrstück internationaler Interessenkonflikte und des Kampfes um neue Ressourcen findet sich auf der Erde: die Antarktis. Dennoch braucht es eine globale Anstrengung, um im Ernstfall für eine Asteroidenabwehr die nötige Technologie zur Hand zu haben. Vielleicht bietet eine Vision dazu den Anlass: der bemannte Flug zum Mars. Vor mehr als 50 Jahren hatte der Traum vom ersten Menschen auf dem Mond Politiker wie Ingenieure beflügelt. Heute ist es der Traum vom Mars, der für den nötigen technologischen Schub sorgen und so die Menschheit vor einer kosmischen Bombe bewahren könnte.
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Faszination Universum ASTRONOMIE Aliens: Der erste Kontakt, D 2016
Unfassbar viele Sterne, unzählige Möglichkeiten: durchaus denkbar, dass es irgendwo da draußen Aliens gibt. Wie können wir sie finden - und sie uns? Oder gab es schon einen ersten Kontakt? 1990 ist Belgien im Ufo-Fieber. Unbekannte Flugobjekte werden vom Radar erfasst, und Tausende Augenzeugenberichte rufen selbst das Militär auf den Plan. Rätselhafte Signale werden als Botschaften Außerirdischer gedeutet. Forscher verfolgen die Spuren bis ins All. Manchmal trifft es sogar Profis: Als 1969 die Besatzung von Apollo 10 den Mond umrundete, hatte sie ein Erlebnis der besonderen Art. Ihre Mutmaßung, Botschaften von Außerirdischen empfangen zu haben, blieb viele Jahre in den NASA-Archiven unter Verschluss. Aber auch seriöse Wissenschaftler halten Aliens für möglich. Schließlich gibt es allein in der Milchstraße über 100 Milliarden Sterne, die meisten umgeben von Planeten. Doch es ist unmöglich, jeden möglichen Kandidaten zu untersuchen. Vermeintliche Hinweise auf Außerirdische sind daher Zufallsfunde. So auch ein Signal, das 1977 mit einem Radioteleskop in Ohio aufgefangen wurde. Auf dem Computerausdruck, der das auffällige Signal dokumentiert, notierte der Forscher "Wow!". Noch heute grübeln Forscher darüber, ob das sogenannte "Wow-Signal" eine Botschaft Außerirdischer war. Es war nicht das erste Mal, dass ein Forscher glaubte, das Signal einer außerirdischen Intelligenz empfangen zu haben. Nikolai Tesla, ein genialer Wissenschaftler, war schon lange zuvor überzeugt, Kontakt mit Marsianern zu haben. Tatsächlich hatte er außerirdische Signale aufgefangen, nur - wie man inzwischen weiß - kamen sie nicht vom Mars. Mit Außerirdischen in Kontakt zu treten, ist ein alter Menschheitstraum. Der deutsche Mathematiker Carl Friedrich Gauß machte sich bereits vor etwa 200 Jahren konkrete Gedanken dazu. Er setzte darauf, dass die Mathematik die universelle Sprache im Weltall sei und außerirdische Intelligenzen entsprechende Botschaften verstünden, wenn man sie nur in geeigneter Weise übermittelte. Mithilfe von Raumsonden, wie den Voyager-Sonden, schickte man später ausgefeilte Nachrichten ins All. Tatsächlich sendet die Erde bereits einige Millionen Jahre ohne menschliches Zutun eine entscheidende Nachricht ins Universum: Auf diesem Planeten gibt es höher entwickeltes Leben. Der Hinweis findet sich versteckt im Sonnenlicht, das unsere Atmosphäre durchdringt. Wurde die Nachricht schon von Aliens entdeckt? Manch einer ist der Überzeugung, dass Außerirdische der Erde schon längst einen Besuch abgestattet haben. Hinweise auf solche Besucher sollen sich im Geheimwissen von Urvölkern wie den Dogon in Mali finden. Und schließlich: Was ist dran an den unzähligen Ufo-Meldungen aus der jüngeren Vergangenheit? Mithilfe der Wissenschaft lassen sich selbst Berichte von Entführungen durch Außerirdische analysieren. Harald Lesch untersucht den Ufo-Glauben mit wissenschaftlichem Blick. Und er stößt dabei auf einen Kontakt, der vielleicht tatsächlich stattgefunden hat. Auch wenn dieser anders ausgesehen haben dürfte, als es die meisten Science-Fiction-Filme nahelegen.
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Faszination Universum WISSENSCHAFT Die Schwerkraft: Dirigentin der Welt, D 2018
Es ist, als würde die Welt einem geheimnisvollen Takt folgen. Die Planeten im Universum scheinen förmlich zu tanzen. Auch das Leben folgt einem unsichtbaren Dirigenten. Es gibt eine Kraft, der nichts und niemand entfliehen kann - weder die Planeten im Universum noch ein Nilpferd auf der Erde. Die Schwerkraft hält die Planeten nach einem festen Plan in Bewegung und bestimmt alles Leben auf der Erde. Harald Lesch begibt sich auf die Suche nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält. Dazu reist er an ungewöhnliche Orte. Auf einem Rummelplatz testet er die Gesetze der Schwerkraft. Keine andere Kraft der Physik kann so ein großes Vergnügen bereiten. Auf Lanzarote macht sich Harald Lesch auf zu einer Reise Richtung Mittelpunkt der Erde. Noch immer ist das Erdinnere ein Ort voller Geheimnisse. Die Hitze und der Druck machen es für Forscher nahezu unerforschbar. Und doch findet sich ausgerechnet hier der Schlüssel zu dem, was unsere Erde so viel lebenswerter macht als alle anderen Planeten. Die Erdanziehungskraft war auch für die Evolution des Lebens ein entscheidender Faktor. Dabei ist die Wirkweise der Schwerkraft bis heute ein Rätsel. Wissenschaftler beginnen erst nach und nach, diese allumfassende Kraft und ihren Einfluss besser zu verstehen. 2017 erlangten Forscher für den Nachweis von Gravitationswellen aus dem All - ausgelöst durch Ereignisse Millionen von Lichtjahren entfernt - den Nobelpreis. Die Kraft, die Planeten tanzen lässt und ohne die sich das Leben nicht so entwickelt hätte, wie wir es kennen, durchdringt das gesamte Universum. Harald Lesch zeigt auf eindrucksvolle Weise: Nichts entgeht ihrer Wirkung.
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Faszination Universum ASTRONOMIE Der Urknall: Das Rätsel des Anfangs, D 2018
Alles, was wir heute im Universum sehen, von der fernsten Galaxie bis zu unserem eigenen Blauen Planeten, soll in einer Urexplosion entstanden sein. Doch was löste diesen Urknall aus? Es ist die wohl älteste Frage der Welt: Wo kommen wir her? Auf der Suche nach Antworten blicken Menschen seit jeher in den Himmel. Harald Lesch nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Geschichte der Forschung bis zum rätselhaften Anfang von allem. Die regelmäßigen Abläufe am Nachthimmel scheinen wie von einer höheren Macht koordiniert. Solange die zugrunde liegenden Naturgesetze noch nicht entschlüsselt waren, war der Himmel deshalb Projektionsfläche für Mythen und Legenden über den Ursprung der Welt. Doch vor etwa zweieinhalbtausend Jahren stand eine Zeitenwende bevor: Im antiken Griechenland sollte eine neue Art des Denkens den Weg zu unserem heutigen wissenschaftlichen Verständnis des Ursprungs der Welt ebnen. Spätestens seit Beginn des 19. Jahrhunderts waren immer mehr Forscher bemüht, die Welt rein wissenschaftlich zu erklären. So auch ein junger Mann, der sich mutig Phänomenen näherte, die zu seiner Zeit unfassbar schienen: Michael Faraday. Dank seines Studiums der elektromagnetischen Kräfte konnte die Natur des Lichts entschlüsselt werden. Damit öffnete sich ein ganz neuer Blick auf den Nachthimmel, mit dem wir heute selbst längst vergangene Ereignisse im Universum untersuchen können. Dank Faradays Erkenntnissen und dem Verständnis, welche Natur das Licht hat, konnte man leistungsstarke Teleskope entwickeln und einen immer genaueren Blick ins Universum werfen. Erst vor knapp 100 Jahren haben Astronomen so ganz neue Welten entdeckt: Milliarden von Sternen allein in unserer Galaxie, der Milchstraße, und Milliarden anderer, ferner Galaxien. All diese Welten sollen aus einem einzigen Urknall hervorgegangen sein. Dieser Gedanke ist so unglaublich, dass selbst Albert Einstein ihn nicht zulassen konnte. Er war lange überzeugt: Den Urknall habe es nie gegeben. Doch ausgerechnet ein Mann der Kirche sollte ihn eines Besseren belehren. Astronomen konnten beobachten, dass ferne Galaxien sich von uns wegbewegen - und zwar umso schneller, je weiter sie entfernt sind. Diese Beobachtung lässt nur einen logischen Schluss zu: Wenn das Universum heute expandiert, dann muss es früher kleiner gewesen sein, unendlich klein. In diesem Urzustand muss es so dicht und heiß gewesen sein, dass das Nachglühen des Urknalls bis heute messbar sein müsste, so die Vermutung. Die ersten Astronomen, die diese sogenannte Hintergrundstrahlung messen sollten, hatten allerdings noch keine Ahnung, womit sie es zu tun hatten. Sie hatten vielmehr eine Taubenkolonie im Verdacht, die ihre Messungen sabotierte. Als die Hintergrundstrahlung entstand, war das Universum gerade einmal 380 000 Jahre alt. Davor war es noch so dicht, dass Licht sich nicht ausbreiten konnte. Was damals passiert ist, bleibt unseren Blicken deshalb bis heute verborgen. Harald Lesch geht den aufregenden Weg bis zu den Grenzen des Erforschbaren. Dann bleibt nur eine Möglichkeit, sich noch weiter dem Urzustand der Welt zu nähern: kraft des Verstandes. Doch dort, wo selbst die besten physikalischen Theorien versagen, bleibt bis heute Raum für Spekulationen. Hinter dieser letzten Grenze vermutet manch einer gar Paralleluni- und Multiversen, die sich einem Nachweis jedoch entziehen.
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Wetterextreme im Universum WISSENSCHAFT, GB 2016
Wissenschaftler erforschen das Wetter auf anderen Planeten. Und was sie dort entdeckt haben, ist extremer als alles, was wir uns hätten vorstellen können. Mithilfe modernster Technologie erforschen Astronomen Planeten innerhalb und sogar außerhalb unseres Sonnensystems. Dabei sind sie auf extreme Wetterphänomene gestoßen: gigantische Sturmsysteme, extreme Temperaturen und bizarre Arten von Regen.
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heute journal NACHRICHTEN
Das Magazin geht über einen reinen Nachrichtenüberblick hinaus und bereitet das aktuelle Tagesgeschehen mit Hintergrundinformationen, redaktionellen Beiträgen und Interviews auf.
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Kampf um Caesars Erbe GESCHICHTE Entscheidung bei Philippi, F 2010
Nach der Ermordung Julius Caesars im Jahr 44 vor Christus streiten die Anhänger von Monarchie und Republik um die Macht. Es kommt zu einem Machtvakuum. Ein Bürgerkrieg wird entfacht. Auf der einen Seite stehen Antonius, Caesars rechte Hand, sowie Octavian, Caesars Adoptivsohn. Auf der anderen Seite stehen die Republikaner Brutus und Cassius, die Anführer des Attentats auf Diktator Caesar. 42 vor Christus kommt es zur Schlacht bei Philippi. Der bürgerkriegsähnliche Kampf bei Philippi im Herbst des Jahres 42 vor Christus kann als Stellvertreterkampf für die Staatsform Roms gesehen werden. Die Attentäter Julius Caesars sind leidenschaftliche Verfechter der Republik Rom. Sie akzeptieren keine Alleinherrschaft und haben aus diesem Grund den Diktator Caesar im Senat ermordet. Wohingegen die sogenannten Caesarianer, also die Anhänger Caesars, die Macht eines Einzelnen fordern. Octavian und Antonius verbünden sich, haben aber ein Eigeninteresse. Beide sehen sich auch als alleinige Erben Roms. Nach ihrem Sieg bei Philippi teilen die beiden Rom in zwei Herrschaftsgebiete auf. Es kommt vorläufig zum Frieden, bis aus Verbündeten Rivalen werden.
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Kampf um Caesars Erbe GESCHICHTE Die Schlacht von Actium, F 2010
Die Verbündeten Antonius und Octavian teilen sich den Mittelmeerraum nach Caesars Tod auf. Doch der Frieden währt nicht lange. Es kommt zu neuem Streit und Krieg, der Schlacht bei Actium. Der Sieg über die Verschwörer gegen Caesar legitimiert ihre Macht und sichert ihr Einflussgebiet. Beide Feldherren teilen das Reich unter sich auf: Octavian erhält den westlichen Teil des Mittelmeerraumes, Antonius sichert sich den wohlhabenden Ostteil des Reiches. Antonius möchte Caesars Eroberungskampf am Mittelmeer fortsetzen. Doch ein Zusammentreffen mit Kleopatra, der Königin von Ägypten, hat weitreichende Auswirkungen auf seine Pläne. Der Feldherr verliebt sich in die einstige Geliebte Caesars und folgt ihr nach Alexandria. Während Antonius in Ägypten ist, intrigiert Octavian gegen ihn und rüstet auf, um Antonius' Gebiete und seine Armeen zu übernehmen. Er will die Alleinherrschaft über das gesamte Römische Reich. Die Feindseligkeit der beiden Kontrahenten führt zu der berüchtigten Schlacht bei Actium, in der 12 000 Männer ums Leben kommen - und am Ende auch die Herrschaft von Marcus Antonius und Kleopatra fällt.
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Rom am Rhein GESCHICHTE Krieg und Frieden, D 2016
Fast 500 Jahre herrschten die Römer am Rhein. In Städten wie Köln entstand eine eigene, römisch-germanische Welt. Doch 69 nach Christus wurde diese durch aufständische Germanenstämme bedroht. Viele unserer Städte wurden von römischen Kaisern gegründet, nach dem Vorbild Roms. Mit den römischen Soldaten hielten Annehmlichkeiten wie Fußbodenheizung und fließendes Wasser Einzug. Der Archäologe Matthias Wemhoff begibt sich auf die Spur der Römer am Rhein. Im Jahr 69 nach Christus verlangten aufständische Germanen von den Ubiern in Köln freien Einlass in deren Stadt sowie die Auslieferung und Tötung aller Römer. Die Ubier waren einer der ersten Germanenstämme, die mit den Römern nicht nur Handel trieben, sondern auch Hilfstruppen für die Armee stellten. Dies trug ihnen den Hass ihrer Nachbarn ein, sodass Kaiser Augustus sie auf das linksrheinische Ufer übersiedelte. Ihre Hauptsiedlung war das Oppidum Ubiorum. Aus diesem wurde 50 nach Christus die "Colonia Claudia Ara Agrippinensium", die "Claudische Kolonie und Opferstätte der Agrippinenser", heute kurz "Köln" genannt. Als der Stamm der Bataver die Stadt belagerte, mussten sich die Ubier entscheiden, ob sie sich dem germanischen Aufstand anschließen oder weiter treu zu Rom stehen sollten. In Köln, wie in vielen anderen von den Römern gegründeten Städten, lebten "Einheimische" und Römer friedlich miteinander, viele waren auch durch verwandtschaftliche Beziehungen verbunden. Seit der Schlacht im Teutoburger Wald, in der Arminius die Römer vernichtend geschlagen hatte, waren sechs Jahrzehnte vergangen. In dieser Zeit hatte sich die römische Kultur auf dem linksrheinischen Ufer ausgebreitet. Die Ubier hatten sich längst an den "Roman way of life" gewöhnt und schätzten Annehmlichkeiten wie frisches, fließendes Wasser, geheizte Häuser und eine geregelte Abwasserversorgung. Würden sie sich dem Aufstand anschließen, liefen sie Gefahr, all das zu verlieren. Würden sie sich nicht anschließen, drohten die Bataver, sie zusammen mit den Römern zu töten.
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Rom am Rhein GESCHICHTE Blüte und Bedrohung, D 2016
"Teile und herrsche": Nach diesem Prinzip regieren die Römer auch am Rhein. Im 3. Jahrhundert nach Christus muss Rom einen Großteil seiner Truppen wieder abziehen. Aus Verbündeten werden wieder Feinde. Unter den Römern entstehen linksrheinisch unzählige Siedlungen. Doch rechtsrheinisch kommt es immer wieder zu Übergriffen. Zur Abwehr errichten die Römer im 2. Jahrhundert nach Christus den Limes. Der Archäologe Matthias Wemhoff begibt sich auf die Spur der Römer am Rhein. Die Pax Romana, der "Römische Frieden", bescherte auch den Städten am Rhein eine Zeit der Blüte. Römische Villen zeugten vom hohen Lebensstandard der Bewohner. Aber auch die Industrie florierte, Glasprodukte vom Rhein waren im ganzen römischen Imperium begehrt. Während das Reich auf der linksrheinischen Seite prosperierte, kam es auf dem rechten Rheinufer immer wieder zu Überfällen der dort ansässigen Stämme der Franken und Alemannen. Um das fruchtbare Land dennoch nutzen zu können, errichteten die Römer im 2. Jahrhundert nach Christus den Limes. 150 Jahre lang schützte der Grenzwall das sogenannte Dekumatenland, doch als die Römer einen Großteil ihrer Truppen in den Osten des Reiches abkommandieren mussten, ließ sich der Limes nicht mehr halten. Der Rhein wurde zur nassen Grenze des Reiches, geschützt durch eine regelmäßig patrouillierende Rheinflotte.
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Rom am Rhein GESCHICHTE Zentrum des Imperiums, D 2016
Im 4. Jahrhundert nach Christus wird die römisch-germanische Provinz zum Zentrum des weströmischen Imperiums. Von Trier aus wird die Christianisierung des Abendlandes vorangetrieben. Die Herrschaft Roms am Rhein hat unzählige Spuren hinterlassen. Besonders viele Monumente befinden sich in der einstigen kaiserlichen Residenz Trier. Man sprach sogar von einem zweiten Rom. Archäologe Matthias Wemhoff begibt sich auf Spurensuche an Rhein und Mosel. Die Römer am Rhein haben nicht nur unzählige Bauwerke hinterlassen, man findet ihre Spuren auch in der Küche. Sie bauten an Mosel, Rhein und Nahe Wein an, der sogar bis nach Rom exportiert wurde, und sorgten für frisches Gemüse in Form von Rucola und Giersch. Das schönste literarische Denkmal setzte der Provinz der römische Präfekt und Geschichtsschreiber Ausonius im 4. Jahrhundert nach Christus mit seinem Gedicht "Mosella", einer Reisebeschreibung in Versform. In dieser Zeit wird Germanien auch zur Keimzelle des katholischen Christentums. Eine wichtige Rolle kommt dabei wahrscheinlich dem Kölner Bischof Maternus zu, der als Vertrauter Kaiser Konstantins gilt. Während die römischen Kaiser in früheren Zeiten die Christen verfolgten, gewähren sie spätestens ab 313 nach Christus mit dem sogenannten Toleranzedikt von Mailand jedermann die freie Religionsausübung. Im Jahr 380 folgt die Ausrufung des Christentums zur Staatsreligion. Von diesem Zeitpunkt an beginnt die Verfolgung Andersgläubiger durch Christen, in deren Verlauf fast alle gallo-römischen Heiligtümer in der Provinz zerstört oder mit christlichen Kirchen überbaut werden. Die damals eingerichteten römischen Bistümer bestehen bis heute. Roms Herrschaft am Rhein endet im 5. Jahrhundert nach Christus, doch sie prägt die "Provinz" bis heute.
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Rätsel der Geschichte GESCHICHTE Das Kolosseum in Rom, USA 2012
Bis heute ist es eines der imposantesten Bauwerke der Welt - das Kolosseum in Rom. Fertiggestellt um 80 nach Christus, war es Schauplatz von vielen blutigen Gladiatorenkämpfen. Aber das waren nicht die einzigen Spektakel, die in dem genialen Bauwerk stattfanden.
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Wie sicher sind unsere Städte? REPORTAGE Zwischen echter und gefühlter Bedrohung, D 2019
Offizielle Statistiken belegen: Deutschland ist so sicher wie lange nicht. Aber es fühlt sich für viele Menschen nicht mehr so an. Viele haben das Gefühl, das Leben in Deutschland sei gefährlicher geworden. Die Wahrnehmung von Unsicherheit beeinflusst zunehmend das Meinungs- und Stimmungsklima in Deutschland. Die "ZDF.reportage" ist in drei Städte gereist, um herauszufinden, woher die Angst vieler Menschen vor Kriminalität rührt. Freiburg, am Rande des Schwarzwalds gelegen, weltoffen, mit vielen Studenten. Zwei Verbrechen haben die Stimmung in der Stadt verändert. Im Oktober 2016 missbraucht und erwürgt der aus Afghanistan stammende Hussein K. die 19-jährige Medizinstudentin Maria L. Seitdem ist in Freiburg nichts mehr, wie es war, und das Thema Sicherheit wird plötzlich anders gesehen. Im Oktober 2018 gerät Freiburg erneut bundesweit in die Schlagzeilen, als eine 18-Jährige bei einem Diskothekenbesuch zum Opfer einer Gruppenvergewaltigung wird. Die "ZDF.reportage" schildert den spürbaren Stimmungswandel in der Stadt, zeigt die Gefühle der Menschen und die polizeilichen Fakten. Tatsächlich gibt es offenbar schon seit Jahren kriminalitätsbelastete Zonen in der Stadt. In Görlitz an der deutsch-polnischen Grenze wollen sich die Geschäftsleute gegen die Kriminalität auch selbst schützen: Sie haben einen Sicherheitsstammtisch ins Leben gerufen und wollen einen privaten Wachschutz organisieren, der nachts Streife laufen soll. Zu den treibenden Kräften gehört der Pensionsbetreiber Sebastian W. Der 64-Jährige kommt eigentlich aus Bayern und ärgert sich darüber, wie dreist immer wieder Diebe in Görlitz ihr Unwesen treiben. Tischler Andreas P. ist mit seinem Betrieb so oft zum Opfer von Einbrüchen geworden, dass er sogar ans Aufgeben denkt. Die Polizei jedoch hat für die Forderungen nach mehr Sicherheit wenig Verständnis. "Die belastbaren Fakten der Kriminalstatistik zeigen ein anderes Bild der Lage als das, was ich in Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern häufig zu hören bekomme", sagt der Polizeipräsident. Tatsächlich verbucht Görlitz den tiefsten Stand der Kriminalität seit zehn Jahren. Viele Bürger jedoch sind anderer Meinung, sie misstrauen der Statistik und mittlerweile häufig auch der Polizei. Die Kluft zwischen Fakten und Gefühlen erforscht Prof. Dietrich Oberwittler vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg. "Wir wissen aus der Forschung, dass die Unsicherheitsgefühle relativ schwach verbunden sind mit den tatsächlichen Kriminalitätsgefahren", sagt er. Allerdings sind gerade Anwohner häufig sehr sensibel, wenn es um ihr direktes Lebensumfeld geht. Wenn an Orten Ordnung und Sauberkeit zu wünschen übrig lassen, die Polizei hier nur wenig Präsenz zeigt, dann ziehen "normale" Bürger sich zurück. Die Entwicklung hin zu einem gefährlichen Schandfleck ist häufig nur eine Frage der Zeit. Beispiel Köln: Rund um den Neumarkt, einen der zentralsten und belebtesten Plätze der Stadt, hat sich in den vergangenen Jahren eine größer werdende Drogenszene angesiedelt. Auf offener Straße wird konsumiert und gehandelt. Ständig gibt es Überfälle, Prügeleien, Diebstähle zur Finanzierung der Sucht. Anwohner und Geschäftsleute wie Walter S., der am Neumarkt ein Sanitätshaus betreibt, leiden massiv unter den Verhältnissen. "Der Bürger hat doch ein Anrecht auf ein gesichertes Umfeld", so der Unternehmer. Eine Bürgerinitiative kritisiert die Stadt und kämpft gegen Pläne, am Neumarkt einen Drogenkonsumraum einzurichten. Nicht weit entfernt zeigt der Ebertplatz, wie einfach es manchmal sein kann, aus gefährlichen Orten wieder beliebte Treffpunkte zu machen. Auch hier gab es eine Drogenszene. Die Kölner machten einen weiten Bogen um den als No-go-Area geltenden Platz. Dann wurde ein jahrelang stillgelegter Springbrunnen von der Stadt zu neuem Leben erweckt und lockt seitdem bei schönem Wetter Familien mit ihren Kindern an. Im Winter sorgt eine Schlittschuhbahn für Belebung. Eine starke Polizeipräsenz vertreibt die Dealer. Das Beispiel zeigt: Solche scheinbar kleinen Maßnahmen können den Angsträumen in der Stadt ihren Schrecken nehmen.
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Die innere Unsicherheit - Wenn Bürger Streife gehen GESELLSCHAFT UND SOZIALES, D 2019
Achtung, Bürger auf Patrouille! In Deutschland tauchen immer wieder selbst ernannte Bürgerwehren auf, die behaupten, die Straßen wären nicht mehr sicher. Die oft martialischen Auftritte und Streifgänge provozieren. Was steckt hinter dem Phänomen? Die Dokumentation macht sich auf Spurensuche: Wer sind die Akteure? Welche Motivation haben sie? Was ist legal, und wo wird eine Grenze überschritten? Dabei wird schnell klar: So griffig der Begriff "Bürgerwehr" in Zusammenhang mit Patrouillen im öffentlichen Raum auf den ersten Blick erscheint - dahinter kann sich vieles verbergen: von besorgten Bürgern über reine Netzaktivisten bis hin zu rechtsextremen Gewalttätern, die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen. In der Dokumentation kommen ebenso Opfer zu Wort wie Akteure aus der rechten Szene, Kritiker, Anwohner, Polizisten und Forscher. Ein Gegenbeispiel aus Bayern zeigt zudem: Wer als Bürger Streife gehen will, kann das auch in Zusammenarbeit mit der Polizei tun - als Mitglied einer Sicherheitswacht. Doch untergraben Bürger auf Streife nicht langfristig das Gewaltmonopol des Staates? Können sie - selbst wenn sie mit dem Staat zusammenarbeiten - überhaupt ein Gefühl der Sicherheit erzeugen? Die Dokumentation gewährt spannende Einblicke und sucht nach Antworten: Viele Bürgerwehren gründeten sich als Reaktion auf die Ereignisse der Kölner Silvesternacht 2015. Ist Deutschland in den letzten Jahren tatsächlich unsicherer geworden?
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